Saturday , April 17 2021

Börse Express – WDH / ROUNDUP 2: US-Autoriese General Motors streicht Tausende Jobs



(Im letzten Absatz, 1. Satz, wurde ein falsches Wort ausgetauscht)

DETROIT (dpa-AFX) – US-Präsident Donald Trump will Amerikas
Industrie zu neuem Glanz verhelfen, doch der größte Autohersteller
des Landes baut Tausende Stellen ab. General Motors
(GM) kündigte am Montag an, seine Belegschaft in Nordamerika massiv
zu reduzieren. Die Maßnahme ist Teil eines großen Sparprogramms, mit
dem der Konzern fit für die Zukunft gemacht und die Kosten drastisch
gesenkt werden sollen. GM-Chefin Mary Barra begründete den Schritt
mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen
anzupassen.

Es gehe darum, "das Unternehmen für langfristigen Erfolg zu
positionieren ", verkündete Barra in einer Pressemitteilung. GM will
verkaufsschwache Modelle einstellen und sich bei Investitionen
künftig stärker auf innovative Bereiche wie Elektromobilität und
selbstfahrende Autos konzentrieren. Dafür ist laut Barra ein
tiefgreifender Konzernumbau nötig. In den USA und Kanada könnten bis
Ende 2019 fünf Fertigungsstätten geschlossen werden – rund 6000
Fabrikarbeiter würden dann ihre Jobs verlieren.

Zudem soll der Betrieb in zwei internationalen Werken eingestellt
werden. Aus dem chronisch defizitären Europageschäft mit der
deutschen Ex-Tochter Opel und der britischen Marke Vauxhall hatte
sich GM bereits 2017 verabschiedet. Letztlich hatte der US-Konzern
bei der Veräußerung der problematischen Beteiligung an die
französische PSA -Gruppe 6,2 Milliarden Dollar
draufzahlen müssen.

Nun kündigte GM an, die Angestelltenzahl in Nordamerika insgesamt um
etwa 15 Prozent zu verringern. Ein Viertel davon umfasst
Führungspositionen, das soll die Entscheidungsprozesse laut GM
vereinfachen. Der Personalabbau könnte laut US-Medien zwischen 10
000 und 15 000 Mitarbeiter betreffen. Es blieb zunächst unklar, ob
und inwiefern darin Beschäftigte erfasst sind, denen zuletzt bereits
Abfindungsangebote unterbreitet worden waren. Das Unternehmen war
für detailliertere Erklärungen zunächst nicht erreichbar.

Fest steht: Durch die Maßnahmen will GM die Kosten bis 2020 um rund
4,5 Milliarden Dollar drücken. Zunächst werden durch Sonderaufwände
wie kündigungsbedingte Abfindungen jedoch Belastungen von bis zu 3,8
Milliarden Dollar entstehen. An der Börse kamen die Nachrichten gut
an – die GM-Aktie reagierte mit kräftigen Kursgewinnen und stand
zuletzt mit 5,7 Prozent im Plus. Eigentlich liefen die Geschäfte bei
GM zuletzt rund – im Sommerquartal stieg der Umsatz um 6,4 Prozent,
der Nettogewinn betrug überraschend starke 2,5 Milliarden Dollar.

Für US-Präsident Trump dürften die Entlassungen ein großes Ärgernis
sein – er hat versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback
zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident
zuvor. Die im Rahmen seiner "Amerika zuerst" -Politik angezettelten
Handelsstreitigkeiten hatten für US-Autobauer wie GM und Ford
bislang jedoch auch erhebliche negative Folgen – so
kämpfen die Branchenschwergewichte wegen Strafzöllen auf wichtige
Verarbeitungsgüter wie Stahl mit gestiegenen Materialkosten.

Trumps Reaktion ließ dann auch nicht lange auf sich warten, doch
statt eines zornigen Tweets oder sonstiger Attacken ließ der
US-Präsident es für seine Verhältnisse zunächst relativ ruhig
angehen. "Es gefällt uns nicht", sagte Trump Reportern in Washington
zum geplanten Jobabbau von GM lediglich. Das Land habe viel für den
Konzern getan und man sei in der Lage, großen Druck auf GM
auszuüben, so der US-Präsident vor dem Abflug zu einem
Wahlkampfauftritt in Mississippi. Dem "Wall Street Journal" sagte
Trump, er habe bereits am Sonntagabend mit GM-Chefin Barra über
deren Pläne gesprochen./hbr/DP/she

  ISIN US3453708600 US37045V1008 FR0000121501

AXC0342 11.26.2018 / 22: 25

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